Newsbeitrag veröffentlicht am 26.01.2017




Erfahrungsbericht: Publizieren bei BoD Books on Demand (Verlag)



Books on Demand Erfahrungen



Anfang 2016 ging die Erstellung meines neuen Fachbuches zum Ende zu.
Es war an der Zeit, sich für einen Verlag zu entscheiden.
Früher hatte ich schon über einen klassischen Verlag publiziert und ich wollte mit meinem neuen Buch neue Wege gehen.
Nach ausführlicher Sondierung wählte ich Books on Demand in Norderstedt, also kurz den BoD, der lt. Wikipedia eine Tochterfirma von Libri ist. Libri ist einer der großen deutschen Barsortimenter.

Die Vorbereitung des neuen Buches

Auch wenn man diverse Leistungen praktischer Weise beim BoD individuell zubuchen kann, habe ich alles in Eigenregie geleistet.
So habe ich das Cover mit Corel Draw selbst erstellt, einer Software die nicht ganz billig ist. Aber sicher ging es auch mit einer günstigeren Software die präzise genug arbeitet. Denn hier ist wirklich Millimeterarbeit gefragt. Die Anleitung für die Erstellung lieferte der BoD auf seiner Webseite.
Es ist zu empfehlen, sich 1-2 Musterexemplare über den Tarif BoD-Fun schicken zu lassen, weil es dann doch am Buch etwas anders aussieht als beim eigenen Drucker und man bekommt ein Gefühl für den Druck des Verlages. Das Cover sollte auch immer etwas Luft für winzige Toleranz-Ungenauigkeiten lassen, was aber sicher kein Problem darstellt.
Auch den Schriftsatz habe ich in Eigenregie angefertigt. Wer noch nie eine wissenschaftliche Arbeit gemacht hat, wird sich hier mit etwas Zeiteinsatz einarbeiten müssen. So muss man z. B. daran denken, dass der rechte Rand einer rechten Seite kleiner ist als einer linken Seite. Alle Seiten mittig zu machen wäre zwar einfacher, ist aber nicht besonders praktisch für den Leser. Die Nummerierungen sollten von Anfang an über die jeweilige Formatvorlage des Textverarbeitungssystems gemacht werden, damit diese im ganzen Buch einheitlich ist und auch das Inhaltsverzeichnis automatisch generiert werden kann.
Auf ein Lektorat sollte auf keinen Fall verzichtet werden, vielleicht über einen befreundeten Lektor oder Sprachwissenschaftler.

Bei Fragen hilft neben den wirklich umfangreichen Online-Hilfestellungen das Team in der Hotline.
Dieses war wirklich sehr hilfsbereit und kompetent - trotzdem, wir Autoren sollten in unserem eigenen Interesse auch nicht ständig anrufen, denn je großer das Telefonteam wird, desto höher auch die Kosten, die am Ende wir Autoren über den Buchpreis vom Kunden zurückholen müssen. Lieber auch mal die Online-Hilfen durchforsten und selber ausprobieren. Das eine oder andere Telefonat sollte dann aber doch geführt werden.

Der Druck von BoD

Den eigentlichen Druck habe ich mit BoD-Classic gebucht für 19 Euro, inklusive E-Book.
Wie der Name von Books on Demand schon sagt, muss man keine großen Auflagen finanzieren, sondern der Druck erfolgt immer bei Bestellung.
Es fallen also immer nur Kosten pro echter Bestellung an, also für den Autor gar keine, da die ja der Kunde trägt.
Für die Ausstattung kann man sich an vergleichbaren Büchern des jeweiligen Genres orientieren.
Ich bin mit der Qualität des Druckes einigermaßen zufrieden. In wenigen Exemplaren kam es zu kleinen Knicken innerhalb vereinzelter Seiten, was aber kaum auffällt und für den Preis vollkommen OK ist. Schließlich will man dem Leser den Inhalt zu einem Preis zugänglich machen, zu dem er sich das Buch auch leisten will. Auch wenn die Qualität hier steigerbar ist, bewerte ich selbst das Preis-Leistungs-Verhältnis geradezug als überragend.

Die Vermarktung eines BoD-Buches

Sehr praktisch ist, dass der BoD das Buch automatisch bei Amazon, bei zahlreichen Online-Shops und bei Barsortimentern für die Buchhandlungen listet. Man muss sich also, ganz wie bei einem klassischen Verlag, um nichts weiter kümmern.
Jetzt kommen wir aber zu einem Problem das aufgetreten ist: obwohl der BoD Tochterfirma von Libri ist, tun sich die Barsortimenter schwer, BoD-Bücher auf Lager zu legen. Vielleicht steckt hier die Logik dahinter, wenn Autor und Verlag schon nicht auf Lager produzieren wollen, wollen die Barsortimenter das auch nicht, so mein subjektiver Eindruck.
Das führt dazu, dass Amazon-Marketplace-Händler, also die Handelsfirmen, die auf Amazon auf eigene Rechnung tätig sind, das Buch nicht listen, so haben mir mehrere Marketplace-Buchhändler erläutert und so war auch meine eigene Beobachtung.
Das kann sich möglicherweise auf die Verkaufszahlen und auf das Ranking bei Amazon auswirken.
Ich habe aber schon BoD-Bücher auf Amazon gesehen die sich extrem gut verkaufen und dann doch von Marketplace-Teilnehmern gehandelt werden.
Ein weiteres Problem ist, wenn die Barsortimenter das Buch nicht lagern kann die Bestellung beim Buchhandel deutlich länger dauern als bei Büchern herkömmlicher Verlage.
Denn hier kommt noch ein Schwachpunkt von BoD hinzu: die Lieferzeiten der Bücher waren bei mir deutlich länger als eine Woche, obwohl der Druck recht schnell fertig war.
Das bekommt der Kunde sowohl bei Amazon wie auch beim Buchhandel zu spüren.
Das ist natürlich zu Beginn ein ziemliches Problem, denn die Besteller wollen nicht ewig warten bis das Buch zu Hause ankommt.
Erst wenn sich das Buch schon einige Male verkauft hat, beginnt Amazon eine langsam steigende Anzahl von Stücken auf Lager zu legen.
Die Barsortimenter und somit die Marketplace-Händler, brauchen aber scheinbar noch höhere Stückzahlen um hier von BoD etwas auf Lager zu legen. Das scheint sich auch nach vielen Monaten noch nicht zu bessern.
Zum Vergleich: ein Früheres Fachbuch von mir hatte zwar niedrigere Verkaufszahlen, lag aber beim klassischen Verlag mit einer gewissen Auflage auf Lager. Dieses Buch war sehr schnell bei Marketplace-Händlern auf Amazon gelistet und auch von Amazon auf Lager gehalten.

Als kleinen Tipp für dieses Problem der langen Lieferzeit von BoD und der Tatsache dass die Barsortimenter BoD-Bücher offenbar nicht gerne auf Lager nehmen: legen Sie selbst einen Amazon-Marketplace-Händler-Account an und verkaufen Sie das Buch erstmal selbst, bis Amazon erkennt dass es sich gut verkauft und selbst auf Lager legt.
Schicken Sie das Buch, soweit es nicht zu dick ist, z.B. mit einem Luftpolsterumschlag und einer 1,45 Euro Briefmarke (derzeit) raus oder lassen Sie es vom Amazon-Fulfillment-Service schicken.
Mehr zum Thema Fulfillment habe ich diesem Artikel veröffentlicht.
Beachten Sie als Amazon-Händler bitte unbedingt die rechtlichen Grundlagen und lassen Sie sich hier gegebenenfalls juristisch im Vorfeld beraten, denn Abmahnungen sind hier nicht selten.

An dieser Stelle möchte ich an BoD auch den Hinweis und den Wunsch abgeben, sich doch mit der Muttergesellschaft Libri kürzer zu schalten und die Aufnahme zumindest kleinerer Stückzahlen von BoD-Büchern bei Libri schon bei kleineren Markterfolgen zu erwirken.
Auch an der Lieferzeit sollte noch gearbeitet werden.

Wer selbst noch Werbung für sein Buch machen will, kann dies auch über das Internet mit einem eigenen Blog tun.
An dieser Stelle möchte ich ein bisschen Eigenwerbung machen und Ihnen eben das Fachbuch nennen, dessen Veröffentlichung ich in diesem Artikel beschreibe:
Online Marketing für Blogger.

Pro und Contra: klassischer Verlag oder BoD

Pro Verlag:


Pro BoD



Fazit

Der BoD übernimmt also wichtige Aufgaben, die auch ein klassischer Verlag übernimmt. Dazu gehört auch die komplette Abwicklung der Bestellungen, Rechnungsstellung und ein praktisches Tool bei dem der Autor seine Abverkäufe online mitverfolgen kann. Trotzdem bietet er dem Autor maximale Freiheit, z. B. bei Preisgestaltung, Cover, Zeitplan usw. Und das bei einem sehr hohen Autorenhonorar.
Schwächen zeigen sich bei der Lagerhaltung durch den Handel und bei etwas längeren Lieferzeiten.
Der BoD ist eine sehr moderne Interpretation eines Verlages, meiner Meinung nach eine tolle Idee brillant, wenn auch steigerungsfähig, umgesetzt.
Am Ende bin ich mit der Wahl des BoD sehr zufrieden.

Ich möchte nicht unerwähnt lassen, dass es auch andere Verlage gibt, die den klassischen Verlag neu Interpretieren, ganz ähnlich wie der BoD, z. B. epubli oder tredition um zwei von vielen anderen zu nennen. Sicher sind diese Verlage für die jeweilige Anforderung auch die richtige Wahl. Für meine Zwecke hatte ich mich für den BoD entschieden.

Gerne können Sie weiter unten Ihre Erfahrungen beim BoD oder andere Anmerkungen in die Kommentare setzen.


Ich wünsche Ihnen viel Freude und Erfolg für Ihr Buch-Projekt!
Peter Singer


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